2000 - 2009

2014-05-08 von Georg Zippert 

Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ist fast vorbei und die SCHACHFREUNDE können auf wiederum recht erfolgreiche 10 Jahre zurückblicken. Es begann mit dem Aufstieg in die Oberliga im Jahre 2000.

Probleme gab es auf einem anderen Gebiet : Unserer Schachzeitung drohte im August 2000 das Ende nach mehr als 40 Jahren. Dierk Kogge, unser Redakteur, war ausgetreten und ein Nachfolger war nicht in Sicht. H.Helmrich gab im September eine „Notausgabe“ heraus. Seinem Appell zu einem „Hearing“ in seinem Garten folgten eine Reihe unserer Mitglieder und am Ende gelang es , Heinrich Bastian für die Gestaltung unserer Zeitung zu gewinnen, und somit den „Schachfreund“ zu retten. Heinrich übernahm die Redaktion bis September 2003, als er krankheitsbedingt ausschied und die Redaktion an Waltraut und Harald Bruck abgab, die schon vorher den Vertrieb übernommen hatten. Sie gestalten unsere Zeitung bis heute und hoffentlich noch viele weitere Jahre.

Damenmannschaft 2002 H. Brümmer, C. Wulf, W. Bruck und G. Klingbeil
Damenmannschaft 2002 H. Brümmer, C. Wulf, W. Bruck und G. Klingbeil (Foto: Harald Bruck)

2001 entschloss sich der Vorstand zusätzlich zu der seit Jahrzehnten verliehenen „Silbernen Ehrennadel“ (üblicherweise für 25jährige Mitgliedschaft verliehen, in Ausnahmefällen auch für erworbene Verdienste) eine weitere Ehrung einzuführen , die „Goldene Ehrennadel“. Der erste, dem Sie für besondere Verdienste um unseren Verein verliehen wurde war Klaus Ueckermann, der gleichzeitig zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Er war damit das 8te Ehrenmitglied nach dem Kriege. Die letzten waren Peter Dankert (1980) und Gerd Putzbach (1990) für ihre schachlichen Leistungen, sowie Hermann Zippert (1990 posthum) für seine Verdienste um den Verein. Weitere Empfänger der „Goldenen Ehrennadel“ waren in den Folgejahren Günter Hamdorf, Erwin Grothkopp, Hans Grube, Karl-Horst Prieß, Helmhart Helmrich, Hans Gronau, Willy Meyer, Rolf Garbe, Karl-Heinz Franke und Georg Zippert für ihre 50jährige Mitgliedschaft sowie Ihre Verdienste um unseren Verein. Doch zurück zu den schachlichen Erfolgen : 2001 schaffte unsere 3te Mannschaft mit dem Rekordergebnis von 18:0 Mannschaftspunkten den Aufstieg in die Stadtliga. 2002 gewann Jan Paul Ritscher das Herbert-Kretzschmar Turnier zum 5ten Mal und durfte damit den Wanderpokal behalten. Im Jahr darauf stiftete Klaus Ueckermann einen neuen, besonders schönen Pokal in Form einer Weltkugel, der seitdem jährlich beim Herbert-Kretzschmar Turnier ausgespielt wird.

Vorstand 2008 Meyer, Zippert, Bruck, Wulf,  Weidmann, Kalks,  Ritscher
Vorstand 2008 Meyer, Zippert, Bruck, Wulf, Weidmann, Kalks, Ritscher (Foto: Klaus Ueckermann)

2003 musste das „Hildegard Schürer-Heim“ am Stadtpark aus finanziellen und organisatorischen Gründen auf diverse Veranstaltungen verzichten. Diesem Umstand fielen leider auch unser „Südring-Turnier“ im Sommer sowie unsere Frühjahrs – „Schach und Jazz“ Veranstaltung zum Opfer. Seither veranstalten die SCHACHFREUNDE im Sommer ein „Ferien-Turnier“ bei uns im Club auf gleicher Basis. Auch dieses Turnier erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit. 2003 startete auch erstmalig in unserer Vereinsgeschichte eine Damenmannschaft der SCHACHFREUNDE in der Frauen-Landesliga mit freundlicher Unterstützung des Bergstedter Schachvereins (Christina Wulf, Gaby Klingbeil, Waltraut Bruck, Helga Brümmer und einigen Damen aus Bergstedt ) Nachdem es in den beiden ersten Jahren nur Niederlagen und ein Remis gab, gelang im dritten Jahr der erste Mannschaftserfolg. Leider kam nach dem dritten Jahr bereits wieder das Aus , mangels ausreichender Damen. Von 2004 bis 2007 wurden die SCHACHFREUNDE viermal in Folge Hamburger Mannschafts- Blitzmeister ( 2007 übrigens nur ganz knapp vor unserer 2ten Mannschaft, die Vizemeister wurde). Bei den Norddeutschen Blitzmeisterschaften gelang der größte Erfolg 2007, wo wir den 6ten Platz belegten und damit an der Deutschen Blitzmeisterschaft teilnehmen durften. Wir belegten dort den 13ten Platz von 26 teilnehmenden Mannschaften.

Georg Zippert mit seinem Nachfolger Jan-Paul Ritscher 2003
Georg Zippert mit seinem Nachfolger Jan-Paul Ritscher 2003 (Foto: Georg Zippert)

Auch bei den Einzelturnieren konnten wir glänzen . Falko Meyer wurde 2008 Hamburger Vize- Blitzmeister und belegte bei der Norddeutschen Meisterschaft einen guten 9ten Platz. Falko gewann 2004 auch den Hamburger Dähnepokal , was 2008 auch Matthias Hermann gelang. Jan Paul Ritscher musste sich 2007 mit dem 2ten Platz begnügen. Axel Neffe - inzwischen aus beruflichen Gründen nach Berlin abgewandert - wurde 2008 Berliner Blitzmeister.

Den Hamburger Mannschaftspokal konnten wir 2004 und 2008 gewinnen. 2003 stiegen wir erneut in die 2te Bundesliga auf, konnten uns dort aber nicht halten. Das gleiche passierte uns 2006. In diesem Jahr gab es einen Rückschlag. Wir sind aus der Oberliga abgestiegen und hoffen auf einen Wiederaufstieg im nächsten Jahr. Nackenschläge in diesem Jahrzehnt auch für die 2te und 3te Mannschaft. Sie stiegen aus der Landesliga bzw. aus der Stadtliga ab und bemühen sich seit einigen Jahren um den Wiederaufstieg.

Die letzte ,erfreuliche Nachricht aus diesem Jahr: Bei der Internationalen Hamburger Einzelmeisterschaft belegte unser Vorsitzender Jan-Paul Ritscher den 9ten Platz, war damit bester Hamburger und darf sich somit „Hamburger Meister 2009“ nennen.

2004 Hermann, Zippert,  Jordan,  Fegebank,  Ritscher,  Meyer
2004 Hermann, Zippert, Jordan, Fegebank, Ritscher, Meyer (Foto: Georg Zippert)

Am 27.5.2004 verstarb überraschend einer unserer Besten: Peter Dankert. Er wurde nur 51 Jahre alt. Dank einer großzügigen Spende seiner Schwester , die in den USA lebt, findet seit 2006 ein gut dotiertes „Peter Dankert Gedenkturnier für Spitzenspieler statt, zuerst als Mannschaftsturnier (Sieger HSK , Platz 7 für die SCHACHFREUNDE hinter mehreren norddeutschen Spitzenvereinen) später dann als Einzelturnier.

Am 29.5.2008 verstarb unserer langjähriger 2ter Vorsitzender Hans Gronau, der 2004 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschieden war. …und ganz überraschend verstarb am 18.3. diesen Jahres unser Schachwart Pastor Jürgen Dohrn. . Sein Beliebtheitsgrad in der Gemeinde konnte man an der überfüllten Wandsbeker Kirche bei der Trauerfeier ermessen. Auch rund 20 SCHACHFREUNDE gaben Jürgen das letzte Geleit.

2003 Schröder,  Ritscher, Fransson, Hermann, Zippert,  Weidmann
2003 Schröder, Ritscher, Fransson, Hermann, Zippert, Weidmann (Foto: Georg Zippert)

Der mit Abstand erfolgreichste Schachspieler dieses Jahrzehnts war Dr.Jan-Paul Ritscher mit 3 Vereinsmeisterschaften, 5 Blitzmeistertiteln, 2maligen Gewinn des Wettbewerbs „Erfolgreichster Schachfreund“ , 5 Erfolgen beim Herbert-Kretzschmar Turnier sowie 2 Aktivmeisterschaften. Unsere anderen Asse hatten Mühe, noch etwas abzubekommen. Am besten gelang dies noch Jürgen Dietz mit 2 Vereinsmeistertiteln und dem zweimaligen Gewinn des „Erfolgreichsten Schachfreunds“ sowie Matthias Hermann , der 3mal Blitzmeister wurde und einmal das Herbert Kretzschmar Turnier gewann.

… und die Funktionäre dieses Jahrzehnts : noch einmal Georg Zippert, der nach 16 Jahren 2008 den Vorsitz abgab. Unser neuer 1.Vorsitzender ist Dr.Jan-Paul Ritscher, der seit 2006 2ter Vorsitzender war und bereits in den 90iger Jahren als Geschäftsführer im Vorstand tätig war.

Peter Weidmann übernahm 1998 die Finanzverwaltung von Willy Meyer und knüpfte nahtlos an dessen hervorragende Kassenführung an. Überdies organisiert er seit 15 Jahren unser Seniorenturnier und war zeitweilig auch im Vorstand des Hamburger Schachverbandes tätig. Unser Schachwart- Tandem Jürgen Dohrn (seit 2002) und Michael Meyer (seit 2004) sorgten für die Organisation und den reibungslosen Ablauf unserer zahlreichen Schachveranstaltungen. Durch Jürgens plötzlichen Tod ist eine Lücke entstanden, die nur schwer zu schließen sein wird.

Reisetruppe der Schachfreund in Weimar
Reisetruppe der Schachfreund in Weimar (Foto: Georg Zippert)