Bis zum Schluss spannend

2016-12-10 von Fritz Fegebank 
Am Donnertag, d. 8. Dezember, 23.59 Uhr und 59 Sekunden endete die diesjährige Vereins-meisterschaft der Kooperationspartner Schachfreunde Hamburg und SC Diogenes. Es gab in allen Gruppen lange Zeit ein verzerrtes, unklares Tabellenbild, zum einen, weil viele Partien, besonders in der ersten Hälfte des Turniers, verlegt werden mussten – und verlegt wurden (!), zum anderen, weil bedauerlicherweise sechs Spieler – so viele wie noch nie zuvor (!?) – aus unterschiedlichen Gründen aus dem Turnier ausstiegen, wovon nur Gruppe I und Gruppe V nicht betroffen waren!?

Während in den Gruppen II bis V sich relativ rechtzeitig ein Aufstiegsfavorit deutlich heraus kristallisierte, blieb es in Gruppe I bis zum Schluss spannend, zumal die „Los-Fee“ für die letzte Runde die beiden Spitzen-Schachfreunde sowie die beide Top-Diogenesen gegeneinander paarte! Fabian Schulenburg besiegte Ralf Hein, gewann mit 7 Punkten aus 8 Partien das Turnier und wurde somit auch Vereinsmeister des SC Diogenes -> doppelter Glückwunsch!! Jan-Paul Ritscher „remisierte“ gegen Jürgen Dietz, behielt seinen 1-Punkt-Vorsprung und darf sich (als Zweiter mit 6 ½ /8) wieder einmal als Vereinsmeister der Schachfreunde Hamburg beglückwünschen lassen (!) – beide Vereinsmeister verloren keine Partie! Platz 3 und 4 belegen (als Vizemeister ihrer Vereine) Jürgen Dietz und Ralf Hein mit je 5 ½ /8, wobei Hein mit 5 ½ 6 super startete und erst in den letzten beiden Matches gegen die beiden Meister den Kürzeren zog – es mag für ihn ein schwacher (?) Trost sein, dass er mit 47 gewonnenen DWZ-Punkten Spitzenreiter ist!? Ein Blick auf die Tabelle der Gruppe I zeigt sehr klar eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ – mit Thomas Rieling, der eine fast ausgeglichene Bilanz aufweist, in der Mitte. Hätten Michael Keuchen und Fritz Fegebank nicht am letzten Nachhol-Spielabend ein wichtiges Unentschieden erarbeitet, hätten auch „unten“ beide Partien, der Schachfreunde gegeneinander sowie der Diogenesen gegeneinander, die Entscheidung bringen müssen, hier über Klassenerhalt und Abstieg. So konnten sich beide Schachfreunde gerade noch retten! Kuriosum: Von dem Schlussquartett der Tabelle gab es nur eine Gewinnpartie zu vermelden: Christian Kalla besiegte in d er allerletzten Partie in der allerletzten Sekunde gegen Robert Buchholz.

In Gruppe II zog Andreas Hilpert schnell davon, besiegte seine unmittelbaren Kontrahenten (Jaeger und Zippert) und gewann auch eine Partie, die eigentlich völlig verloren war (gegen Haugwitz). Thorsten Jaeger landete mit drei Siegen und drei Punkteteilungen auf dem zweiten Aufstiegsplatz und freut sich schon auf die Teilnahme in Gruppe I in der nächsten Saison! Georg Zippert erreichte mit 4/7 – darunter viermal remis – Platz 3. Im Mittelfeld mit 50% Punkte-Ausbeute befinden sich Achim Jürgens vom SC Diogenes und Clemens Mix, der gezeigt hat, dass er in dieser Gruppe locker mithalten kann (Unentschieden gegen den Spitzenreiter!), aber natürlich auch noch eine Menge „Luft nach oben“ hat – Clemens Mix hat den besten DWZ-Zuwachs aller Schachfreunde! Detlef Schweigert hat sich mit seinen letzten drei Partien (ohne Niederlage) den Klassenerhalt gesichert – bei Kevin Kinsella und Steffen Haugwitz sei ein Konjunktiv erlaubt: Was wäre gewesen, wenn Kinsellas (schön) gewonnene Partie gegen Gröppel nicht aus der Wertung genommen worden wäre; was wäre gewesen, wenn Haugwitz seine Partie gegen Hilpert auch wirklich gewonnen hätte?

Wie Hilpert in Gruppe II so zog Tim Schröder in Gruppe III einsam seine Kreise. Mit 5 ½ /7 wurde er Sieger der Gruppe, gefolgt von Sven Böttcher mit ebenfalls 5 ½ Punkten, der (allerdings) auch von zwei kampflosen Punkten profitierte. Den dritten Platz belegte Wladislaw Frish, der Kompromissloseste (: 4 Siege, 3 Niederlagen, kein Unentschieden!). Rang 4 bis 7 haben vier Schachfreunde mit je 3 Punkten eingenommen, drei sogar mit derselben Sonneborn-Berger-Wertung: Jaroslaw Eckert, Peter Weidmann, Michael Meyer und Peter Rädisch. Mit 3/4 hätte Eckert eine sehr große Chance gehabt aufzusteigen! Unser Jugendlicher, Christopher Grell, musste sich diesmal an die „rauere Luft in höheren Regionen“ gewöhnen, aber er hat sicherlich etliche Erfahrungen, auch in Bezug auf Turnierhärte und Ausdauer, gesammelt, die ihm beim angepeilten Wiederaufstieg zugute kommen werden!

In Gruppe IV dominierte Christow Hauser und wurde mit dem besten Ergebnis (5 ½ /6) Sieger! Den zweiten Platz erreichte – ebenfalls ohne Niederlage (!) – Peter Ludwig mit 4/6, den dritten Holger Prieß mit einem halben Punkt weniger. Sabine Herrmann bildet mit 2 ½ Punkten die Mitte. Im unteren Teil der Tabelle geht es wie in Gruppe III eng zu: Lothar Freiwald und Julius Möller haben zwei Punkte auf ihrem Konto – der verschenkte halbe Punkt gegen Frau Herrmann dürfte Julius sicherlich jetzt besonders wehtun (!?) – und Harald Bruck nach drei Punkteteilungen 1 ½ - wenn er wieder richtig fit ist, wird sein Punktestand wieder besser aussehen!

In Gruppe V haben wir zum vierten Mal einen Gruppensieger mit 5 ½ Punkten, Frieder Vogelmann! Leider wird er seinen Aufstieg nicht wahrnehmen und sein Können in der nächst höheren Klasse nicht unter Beweis stellen, weil er uns gen Süden verlässt – wir wünschen ihm weiterhin alles Gute und viel Erfolg! Punktgleich auf den Plätzen 2 und 3 landeten Rolf Garbe und Ronald Seegert mit 4 ½ /7. das Mittelfeld bilden drei Schachfreunde mit 50%: Louis Sonnefeld, Uwe Kreuzer und – mit der besten Sonneborn-Berger-Wertung (!) – „unser Jüngster“, Marten Kelling, der mit seinem Remis gegen den Zweiten (Garbe) und dem Sieg gegen den Dritten (Seegert) mehr als aufhorchen ließ!! Waltraut Bruck hatte einen furiosen Start und konnte nicht mehr zulegen, aber sie hat das beste DWZ-Plus dieser Gruppe! Karl Kalks lagen mehr die Gegner am Herzen, als dass er mal an sich selbst gedacht hat!?

Schachwart Ronald Seegert hatte alles im Griff, sodass die Meisterschaft im Zeitrahmen hatte durchgeführt und demnach auch pünktlich beendet werden können.