Die zweite Runde führte die beiden in der Rangliste führenden Teams zusammen, die zweiten Mannschaften des Barmbeker SK und der Schachfreunde Hamburg, was sicherlich einen spannenden Kampf erwarten ließ.
Bevor der Mannschaftskampf startete, erfuhren wir, dass das Brett 1 des Gegners frei bleibe. So durfte Clemens Mix, gerade eingetroffen, den Heimweg wieder antreten, den Schachfreunden einen wertvollen Punkt hinterlassend.
Nach rund drei Stunden voller Ruhe und Konzentration hatte die 1:0-Führung immer noch Bestand, und Mannschaftsführer Fegebank war erfreut über die Partien an beiden Nachbar-Brettern: Julius Möller und Sasan Alam bearbeiteten den „Sizilianer“ aktiv und offensiv und erspielten sich (deutlich) bessere … → gewonnene Stellungen(!?).
Die Partien an den Brettern 2 und 3 waren dann beendet: Jürgen Dietz spielte in einer „komplizierten“ Partie remis, Florian Kull siegte: In einer „absolut ausgeglichenen Stellung“ bekam er einen Bauern „geschenkt“ und brachte diesen Vorteil bis ins Endspiel. Da sein Gegner eine mögliche Abwicklung ins Remis nicht wahr- und angenommen hatte, gab dieser die vermeintlich schlechtere und wohl auch verlorene Stellung auf.
Es folgte eine (erste) unangenehme Überraschung: Sasan Alam, der seine sehr gute Stellung auch mit Gedanken an eine Mattsetzung hätte fortsetzen können(!?), erwarb eine Qualität gegen einen Bauern, lehnte nach Abtausch aller Figuren (→ Endspiel Turm plus 5 gegen Läufer plus 6 Bauern) zu Recht ein Remis-Angebot ab, ließ dann aber ein vom Läufer unterstütztes Freibauernpaar zu, gegen das sein König und Turm letztlich machtlos waren.
Nach dreieinhalb Stunden stellte Thorsten Jaeger den 2 Punkte-Vorsprung wieder her: In einer komplizierten und sich vorwiegend im Remis-Bereich abspielenden Partie besaß er in der Schluss-Phase die aktiveren, besser postierten Figuren, die Sieg-bringende Vorteile zu erzwingen drohten und das Match zu seinen Gunsten entschieden.
Kurz danach das zweite unerwartete Ergebnis: Julius Möller beherrschte eigentlich das gesamte Brett, fand aber trotz der Super-Stellung nicht den Gewinnzug, ließ sich zu einem Springer-Opfer verleiten (für zwei Bauern) - und kam dann nicht mehr so recht voran. Sein Kontrahent zeigte weiterhin gute Defensiv-Qualität und erreichte ein Endspiel, in dem die zwei Mehrbauern gegen seinen Springer chancenlos waren.
Die „Regie“ (oder eine „höhere Macht“?) wollte es, dass ausgerechnet Fritz Fegebank, der eine weitaus längere Sieglos-Serie als der SV Werder vorweisen kann (letzter Mannschaftskampf-Sieg im April 2024), mit seinem Sieg nach vier Stunden auch den Mannschaftssieg sicherstellte: Seine Partie war bei weitem nicht so interessant und attraktiv wie die an seinen Nebenbrettern, aber mit einzelnen aktiven Aktionen hat er sich positionelle Vorteile verschafft, diesmal auch einen (dann einen zweiten) Bauern gewonnen und damit das Endspiel erfolgreich abgeschlossen.
Als Letzter kämpfte Jens Hellinghausen auch noch in der fünften Stunde: Nach zähem Ringen und z. T. unklaren Positionen im Mittelspiel landeten die Kontrahenten in einem Dame-Turm-vier Bauern-Endspiel, in dem Hellinghausen die Ruhe und Übersicht besaß, die optisch und real für seinen Gegner günstigere Stellung (vorgerückter Freibauer) in eine Punkteteilung abzuwickeln.
Das 5:3 ist ein verdienter Mannschaftssieg - bedauerlicherweise haben sich die jungen Spieler am Brett für mutiges, gutes Spiel nicht wenigstens „teilweise“ belohnt!?
F. Fegebank
