Die 2. Mannschaft der Schachfreunde Hamburg konnte einen zweiten 5:3-Sieg erringen, dieses Mal war es noch schwieriger, komplizierter und z. T dramatischer als beim letzten Mannschaftskampf und das Ergebnis eines insgesamt langen intensiven Ringens.
Thorsten Jaeger fühlte sich schon nach wenigen Eröffnungszügen überspielt und musste viel Zeit investieren, um im Verlauf der Partie mit- und dagegenhalten zu können. Schließlich sorgte ein Dauerschach für einen halben Punkt.
Fritz Fegebank ergriff wiederholt die Initiative, um zu einer besseren Stellung zu gelangen, aber sein Gegner ließ nichts zu, sodass auch diese Partie remis endete (ab Zug 23 =, ab Zug 27 = 0.00).
Die dritte Punkteteilung innerhalb der ersten drei Stunden mag eher psychologischer Natur gewesen sein: Julius Möller, trotz guter Partien mit zwei Niederlagen belastet, machte diesmal - abermals in prima Stellung (ein Turm hatte bereits die siebte Reihe besetzt)! - ein Remis-Angebot, das sein Kontrahent (natürlich) annahm.
Immerhin hatten die Remis-Spieler „im Rücken“ einen ein Punkt-Vorsprung, den Clemens Mix an Brett 1 diesmal erspielte, allerdings wohl auch unterstützt von seinem Gegner, der ihm erst durch ein Opfer (?), dann durch Unachtsamkeit materiell so klar in Vorteil brachte, dass Clemens nach gut zwei Stunden die 1:0-Führung melden konnte.
Dass Florian Kull die nächste Remis-Partie einbrachte, kam sicherlich unerwartet, denn er hatte sich sowohl materiell (Qualität) als auch positionell eine scheinbar gewonnene Stellung mit weiteren möglichen Kombinationen und Drohungen erarbeitet, wurde dann aber mit einer Matt-Drohung seines Gegners konfrontiert, die dieser mit überraschend starkem Txg7+ nebst Sf5 und folgendem Dauerschach abschloss und somit Kull noch einen halben Punkt „raubte“!
Von 22.35 bis 22.40 Uhr schauten vier oder fünf Augenpaare gebannt und gespannt auf das Brett 6: David Aaron Gremmel hatte (wieder) im Mittelspiel eine vorteilhafte Stellung erreicht, die jedoch nach Abtausch etlicher Figuren in einem „remisigen“(?) Endspiel Turm/Springer gegen Turm/Läufer jeweils plus fünf Bauern mündete. Davids Gegner ergriff die Initiative, gelangte mit Tc1+ .. Te1+ in die weiße Stellung … und ließ den Turm dort stehen (gedeckt von Lb4). Die Zeit verrann … Txb4 vier Sekunden vor der Zeitkontrolle. Mit diesem Zug (→ Figuren-Gewinn) siegte David, und man schaute in einige erleichterte, zufrieden strahlende Gesichter! Zwischenstand 4:2, und der Mannschaftserfolg war greifbar nahe!
An Brett 7 ging es noch spannender, noch aufregender zu - vom fünfzehnten Zug an eine „vogelwilde“, unklare Partie - an diesem Brett saß (natürlich) Detlef Schweigert bei seinem ersten Mannschaftskampf-Einsatz in dieser Saison. Offensiv mit Opfern (Lxh2, Txf2) gegen den unrochierten König hatte sich Schweigert bis zum 30., 31. Zug eine Stellung mit der Wertung +- 5.6 bis 6.4 „herauskombiniert“ (!!); nach seinem 32. Zug, der zu für ihn unvorteilhaften Vereinfachungen führte (→ Läufer plus 2 Bauern gegen Turm → = 0.00), endete auch seine Partie nur remis!?
Auch bei diesem Mannschaftskampf brauchte eine Partie noch einen Teil der fünften Stunde. Jürgen Dietz war mit sämtlichen Figuren hinter den Bauern b5 und c5 aufmarschiert, da aber seine Offensive wegen der stabilen und umsichtigen Defensive seines Kontrahenten nicht den durchschlagenden Erfolg gebracht hatte, verlagerte er seine Aktivitäten auf den Königsflügel; doch auch hier stieß er auf eine zähe Verteidigung, die ihm keine Gewinn-Möglichkeiten öffnete, und Dietz so mit einem halben Punkt zufrieden sein musste - hoffentlich waren die Ablenkung und Unruhe auf Grund seiner falsch eingestellten und neu zu justierenden Uhr nicht Ursache für ein nicht erfolgreiches Finale seiner Partie(?).
5:3, ein sehr verdienter Mannschaftssieg ohne Einzel-Niederlage (!), und beide Mannschaftshälften trugen in gleicher Weise (je 2 ½ Punkte) zum Gesamt-Erfolg bei! Erwähnenswert: Die Siege für die Schachfreunde holten zwei der drei jungen Spieler, und drei der vier UE-Jugendlichen trotzten den Schachfreunde-„Oldies“ ein Remis ab, oder: Die Schachfreunde-„Oldies“ konnten die UE-Jugendlichen nicht bezwingen!?
F. Fegebank
