Hamburger Senioren-Einzelmeisterschaft 2016

2016-11-14 von Georg Zippert 
Vom 2. – 10.11. spielten 73 Senioren in den Räumen des SC Königsspringer um den Titel des Hamburger Seniorenmeisters. Das Turnier erfreut sich wachsender Beliebtheit, der Seniorenbeauftragte des Verbandes M.Bierwald hatte über 100 Anmeldungen, musste aber aufgrund begrenzter Raummöglichkeiten eine ganze Reihe von Spielern abweisen. Es galt das Prinzip: „Wer zuerst kommt mahlt zuerst.“. Schon mehr als 4 Monate vor Turnierbeginn musste die Anmeldeliste geschlossen werden. Trotzdem plädierte die Mehrzahl der Teilnehmer in einer Umfrage, den Spielort beizubehalten, zum einen wegen der angenehmen Atmosphäre im Spiellokal des SC Königsspringer, zum anderen aber auch wegen der Gastfreundlichkeit des Gastgebers.

Im Gegensatz zu den Vorjahren stand der Sieger bereits vor der letzten Runde fest. D.Hawranke aus Pinneberg spielte ein überzeugendes Turnier und gewann überlegen mit 8 Punkten aus 9 Partien. Auf den Plätzen folgten 5 Spieler mit jeweils 6,5 Punkten, angeführt von dem 84jährigen (!) W.Schulz (HSK), der Dank der besseren Buchholzwertung 2. wurde, vor dem Ranglistenersten A.Okranjek aus Siegburg, H.R.Kreutzkamp (Union Eimsbüttel) , Prof.Dr.Kornrumpf aus Preetz und H.Ditmas aus Bremen. Der Titelverteidiger J.Müller (Eidelstedt) musste diesmal mit Platz 14 vorlieb nehmen.

Auch 4 Schachfreunde waren dabei, außer – wie üblich – Fritz Fegebank, Peter Rädisch und mir selbst (Georg Zippert) auch der erfreulicherweise wieder genesene Rudolf Kock. Um es vorweg zu nehmen, alle 4 Schachfreunde spielten ein gutes Turnier und verbesserten ausnahmslos ihre Wertzahlen: R.Kock DWZ +21/ELO +4, P.Rädisch DWZ +31/ELO +49,4(!), F.Fegebank DWZ +3/ELO +11 und ich DWZ +15/ELO +22,6. Rudolf machte 4 Punkte und landete am Ende auf Platz 45 (Rangliste 51)

Peter schaffte schon in der 1.Runde eine Sensation und schaffte ein Remis gegen den Titelverteidiger J.Müller. Beinahe wäre ihm in der 7. Runde eine weitere Überraschung gelungen .Gegen T.Gollasch (Rangliste 7) hatte er nach einem kapitalen Eröffnungsfehler seines Gegners eine klare Gewinnstellung auf dem Brett (Fritz +5,55 !!), konnte diese aber nicht zu einem Sieg ummünzen und verlor am Ende noch. Glück hatte er dafür in Runde 6, die er kampflos gewann, da sein Gegner krankheitsbedingt absagen musste. Am Ende standen 5,5 Punkte auf dem Konto, was ihm Platz 18 einbrachte (20 Plätze besser als seine Ranglistennummer). Als Lohn gab es einen Nestorenpreis. (beste Spieler über 75). Peter hätte auch einen Ratingpreis erzielt, was aber aufgrund des Doppelpreis-Ausschlusses nicht ging. Ein weiteres Kuriosum: Es gab einen gesponserten Sonderpreis für die längste Partie. Den erhielt Peters Gegner der 1.Runde J.Müller. Sie spielten 111 Züge (!) .

Fritz hatte einen Traumstart mit 3,5 Punkten aus den ersten 4 Partien, wobei er in der 4.Runde gegen den Turnierfavoriten Okranjek (ELO 2230) gewann. In Runde 5 musste er dann an Brett 1 gegen den späteren Sieger Hawranke antreten und kassierte seine einzige Turnierniederlage. Danach ist ihm das Siegergen abhandengekommen. Die letzten 4 Partien endeten Remis, trotz teilweise aussichtsreicher Stellungen. Insbesondere gegen mich hatte Fritz in Runde 8 eine klare Gewinnstellung, witterte aber in hochgradiger Zeitnot einen Mattangriff von mir, woraufhin er Remis anbot, was ich dankend annahm.. In der Nachanalyse stellte sich dieser Angriff als völlig harmlos heraus. Fritz landete schließlich mit 5,5 Punkten auf dem 13.Platz.

Ich selbst haderte wieder einmal mit der Computer-Auslosung, die mir in 6 von 9 Partien einen DWZ-stärkeren Gegner bescherte. 4 davon landeten am Ende unter den Top 10. Der Auftakt war recht vielversprechend. In Runde 2 und 3 gelangen mir unerwartete Remisen gegen Kreutzkamp (ELO 2154) und Kornrumpf (ELO 2083). Nach 5 Runden lag ich noch ungeschlagen im Vorderfeld, verlor aber dann in Runde 6 gegen Ditmas. Nach einem weiteren Sieg und dem glücklichen Remis gegen Fritz (siehe oben) lag ich vor der letzten Runde noch an 12.Stelle mit der theoretischen Möglichkeit einen Platz unter den Top 10 zu erreichen. Die Auslosung bescherte mir dann aber Gollasch vom HSK, der am Ende 7. wurde und gegen den ich chancenlos war. Die Luft war einfach raus. So blieb mir nur der 23.Platz mit 5 Punkten und dem Trost, meine Wertzahlen verbessert zu haben.

Unter der hervorragenden Leitung von Hugo Schulz und Martin Bierwald verlief das Turnier wie in jedem Jahr in sehr entspannter, fast familiärer Atmosphäre, auch Dank des großzügigen Gastgebers, der zur Siegerehrung noch Bier und Sekt spendierte. Der Turnierservice war ebenfalls ausgezeichnet, noch am Spielabend gab es alle Partien per e-mail ins Haus geliefert. Auf ein hoffentlich gesundes Wiedersehen im nächsten Jahr !

Raedisch, Peter - Gollasch, Theo-Heinz

23.HSEM 2016.11.08

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