Vor dem Mannschaftskampf gab es ein erhofftes, erwartetes Wiedersehen mit und eine Extra-Begrüßung für Frau Elisabeth Vogel, die an einigen unserer (Schnellschach- und Blitzschach-)Turniere teilgenommen hatte und für eine Vereinsmeisterschaft (2022) auch Mitglied unseres Vereins gewesen war. Punkt 19.00 Uhr saßen unsere Gäste komplett vor ihren Brettern, die Schachfreunde ließen noch drei frei(?) - das ist noch verbesserungswürdig!
Ungewöhnlich war der Anfang: Thorsten Jaeger war diesmal der Schnellste! Innerhalb der ersten drei Stunden legte er mit einem, dann zwei Mehrbauern los, dazu kam ein Figuren-Gewinn, und schließlich musste er noch ca. eine halbe Stunde(?) „aufpassen“, um das vom Gegner erhoffte Patt zu verhindern.
Nachdem Jens Hellinghausen mit einer soliden Partie einen verdienten halben Punkt erspielt hatte, folgten drei Ergebnisse im Minuten-Takt:
Zunächst erhöhte David Aaron Gremmel die Schachfreunde-Führung auf 2 Punkte. Im fortgeschrittenen Mittelspiel hatte er mit wenigen Zügen seine Figuren in Angriffsstellung gebracht (: La6, beide Türme auf die c-Linie) und nutzte zudem die offene Königsstellung seiner Gegnerin zum Gewinn seiner Partie.
Zwei Minuten später stand es 2½:2½. Sasan Alam hielt lange Zeit optisch und materiell das Gleichgewicht; am Ende setzten sich die aktiveren gegnerischen Figuren gegen den ins Freie gezerrten („gelockten“?) König durch.
Der Schachfreund an Brett 5 musste sich im Duell der Mannschaftsführer eines 5 Bauern-Aufmarsches (c4 bis g4) erwehren, hatte wohl zu spät oder fälschlich(?) mit f5 und e5 dagegen zu halten versucht (dazu ab Zug 23 nur noch eine Minute auf der Uhr??) und erlag einem zielstrebig und konsequent vorgetragenen Königsangriff.
Noch vor Ablauf der vierten Stunde sicherten die Herren an den ersten beiden Brettern den Mannschaftssieg:
An Brett 2 passierte bei den weißen Figuren zunächst scheinbar gar nichts; das gesamte Spiel-Material war auf den ersten drei Reihen versammelt. Ja, es war - völlig ungewohnt und überraschend! - die Partie von Florian Kull. Mit Dc7! explodierte die Stellung, und ein reger Schlag-Abtausch begann, den Kull mit taktischem Geschick und den dafür wohl besseren Möglichkeiten für sich entschied.
Jürgen Dietz besaß Weitsicht und Ausdauer: In dem Bewusstsein eines korrekten „Bauernopfers“(?) ließ er Sxa7 zu, kümmerte sich um günstige Positionierung seiner Figuren, bis er den lange unberücksichtigten Sa7 (ohne Rückzugsfeld) abholte. Sein Kontrahent gab nach dem Figuren-Verlust auf.
Obwohl der Mannschaftssieg schon klar war, wollte Julius Möller, der im Mittelspiel zwar mit einer recht schlechten Bauernstruktur auskommen musste, aber als Kompensation über eine angriffsbereite Stellung verfügte, verständlicherweise sein Doppelturm- gegen Turm und Läufer-Endspiel auch in der fünften Stunde auf Gewinn weiterspielen, aber sein Gegner setzte sich hartnäckig zur Wehr und erzwang mit seinem vorgerückten (Mehr-)Freibauern eine Punkteteilung.
Wieder ein 5:3-Sieg, aber es ging an den Brettern deutlich „enger“ zu, als der DWZ-Schnitt-Unterschied von mehr als 300(!) Punkten vermuten und erwarten ließ - Fritz Fegebank lieferte ein besonders krasses Beispiel dafür, wie wenig aussagekräftig eine DWZ im Verhältnis zur am Brett erbrachten Leistung sein kann!?
F. Fegebank
