Schachfreunde II 4:4 SKJE IV

2026-01-20 von Fritz Fegebank 

Ein Blick auf den DWZ-Schnitt der zehn Mannschaften in der Bezirksklasse C stellt klar: Schachfreunde HH II führt die Rangliste an, wird also formal und nominell als Favorit und „Aufstiegskandidat Nummer 1“ gesehen - und danach auch beurteilt. Wie Theorie und Erwartungshaltung nach Zahlen und die Praxis an den Brettern (→ Ergebnisse) auseinanderklaffen können, dafür gab es in der Vergangenheit einige Beispiele - und haben wir gerade in der letzten Saison bedauerlicherweise auch erlebt, zu spüren bekommen.
In Bezug auf unseren ersten Gegner der diesjährigen Mannschaftsmeisterschaft, SKJE IV, hatte MF Fegebank ein direktes Aufeinandertreffen der beiden „aktuellen Top-Nestoren Hamburgs“ erwartet, aber Herr Stuhlmann spielte ein Brett höher.

Nach zwei Stunden beendete Jürgen Dietz an Brett 1 seine Partie mit einem Remis. In seinem ersten Match für die 2. Mannschaft kam Sasan Alam nach wohl ungenauer Eröffnungsbehandlung in Schwierigkeiten, die dann auch zu einer Niederlage führten. Erfreulicherweise erfolgte der Ausgleich sehr zeitnah: Florian Kull bekam - fast traditionell - mit einem Bauern-Opfer in der Eröffnungsphase aktives und vorteilhaftes Spiel, aus dem sich eine interessante Partie entwickelte. In einer komplizierten Stellung ergaben sich wohl Sieg bringende taktische-kombinatorische Möglichkeiten, aber letztlich konnte Kull mit etwas Unterstützung seines Kontrahenten mit einem Figuren-Opfer den gegnerischen König ins Freie zerren und in der Brett-Mitte mattsetzen!
Nach diesem prima heraus gespielten Erfolg präsentierte auch David Aaron Gremmel noch innerhalb der dritten Stunde das zweite Highlight für die Schachfreunde: Nach sehr sicherer und solider Eröffnung startete er mit c5, b4, b5 mutig eine Attacke auf dem Damenflügel; nach Öffnung der b-Linie eroberte er eine Qualität und drang mit einem Turm auf die siebte Reihe, von wo aus er weiteres Material gewann und so einen überzeugenden, souveränen Sieg errang - eine Partie wie „aus einem Guss“ und gut anzusehen!

Mit einer 2½:1½-Führung ging es in die vierte Stunde; viermal remis ...(!?). Thorsten Jaeger eröffnete den „Remis-Reigen“ und sprach davon, dass er auch „einiges Glück“ gehabt habe. Um 22.30 Uhr endeten fast zeitgleich die Schwarz-Partien an Brett 3 und 5 mit ausgekämpften Punkteteilungen, nur mussten sich die Protagonisten, sowohl Jens Hellinghausen als auch Fritz Fegebank, von stärkeren Mannschafts- und Vereinskameraden sofort sagen lassen, dass sie kurz vorher mit besseren, genaueren Zügen die Partien zu ihrem Vorteil hätten gestalten können (Hellinghausen Sd5 → „glatt gewonnen“; Fegebank Db7 statt Dc6 mit mindestens Bauern-Gewinn), dass wir also zumindest hier Punkte liegengelassen und den Mannschaftssieg aus den Händen gegeben haben. Der wäre im Falle eines weiteren Unentschiedens auch noch möglich gewesen, aber so sehr und lange Julius Möller, der gut aus der Eröffnung herausgekommen war und sich eine Erfolg versprechende Stellung erarbeitet hatte, dann aber auf dem Rochade-Flügel in Schwierigkeiten gekommen war, im Endspiel auch kämpfte, er konnte die Niederlage nicht verhindern. So kam ein „Nestor“, Alexander Stuhlmann, zu einem Sieg, nur - leider - auf der „falschen“ Seite.

Das 4 : 4 ist sicherlich ein erster „Dämpfer“ in Bezug auf unsere Ambitionen, und - wie schon erwähnt - es war „mehr drin“.

F. Fegebank

 
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