OLNN2526 Schachfreunde I 5½:2½ SK Marmstorf

2025-12-21 von Jens Andersen 

Zurück in die Zukunft!

So möchte ich (Jens Andersen) diesen Bericht betiteln zum Heimspiel in der OLNN gegen Marmstorf, das in der Pausenhalle vom Gymnasium Buckhorn stattfand.
Nicht, weil der Kampf irgendetwas mit dem Kinofilm aus Mitte der 80er Jahre zu tun gehabt hätte.
Jedoch war es für mich durchaus besonders wieder in dem Gebäude zu sein, wo ich 1980 mein Abitur abgelegt hatte.
Ich denke, dass ich das letzte Mal wohl 2000 oder 2005 dort gewesen bin als Herr Blankenburg dort ein Jubiläums-Schachturnier zum seinem 60ten oder 65ten Geburtstag im Musikraum ausgetragen hatte.
Insofern hatte die Atmosphäre für mich schon etwas von einer Zeitreise in die Vergangenheit.
Zumal ja mit Herrn Fegebank (mittlerweile für mich seit vielen Jahren Fritz) mein damaliger Tutor in der Oberstufe auch anwesend war als 'Edelfan' ('EF'), der später am Abend jedoch den Heimsieg vom HSV gegen 'sein' Werder zu verdauen hatte.
Außer Fritz waren noch einige andere vor Ort, die dort ebenfalls zur Schule gegangen sind bzw. zumindest in der Schach AG aktiv waren, wie etwa Jürgen (Dietz) als Mannschaftsführer, Matthias (Hermann) als 'EF', Thorsten (Jäger) als 'EF', Jan-Paul (Ritscher), Frank (Bracker) und Gerrit (Hourigan); die drei letztgenannten alle als Spieler im Einsatz.
Gleichzeitig war aber auch die Zukunft der Schachfreunde anwesend, denn außer Frank und Gerrit war ja von den jüngeren Spieler noch Jonas (Gremmel) vertreten. Lediglich Clemens (Mix) spielte nicht, da er diese Saison als Ergänzungsspieler bestreitet. Und David (Gremmel) war schon mal als Schlachtenbummler dabei.

Bevor ich auf den Wettkampf zu sprechen komme, möchte ich mich bei den Leuten bedanken, die fürs Aufbauen gesorgt hatten.
Denn als ich etwa 10 Uhr 45 im Spiellokal war, war schon alles aufgebaut und hergerichtet.
Besonderen Dank an Jutta (Gremmel) für wieder einmal die sehr leckeren Kuchen! Für mich immer ein Highlight bei unseren Heimspielen.
Und auch Jürgen & Co hatten dafür gesorgt, dass Trinkbares und Süßigkeiten da waren.

Jetzt zum Wettkampf:

Musste in Kiel Gerrit noch am längsten spielen, um uns mit seinem Sieg den Wettkampf zu gewinnen (ich berichtete), so war er diesmal als Erster fertig.
Denn Gerrit gewann kampflos, da bei Marmstorf ein Spieler sich morgens krank gemeldet hatte und sie deshalb aus taktischen Gründen das Brett 2 unbesetzt ließen.
Für uns natürlich ein guter Start in den Wettkampf, denn für Marmstorf war es ja eigentlich schon ein 'Endspiel' gegen den Abstieg.

Brett 1
Da es für Dusan durch die Anreise aus der Innenstadt eher ein Auswärtsspiel war, kam er etwas zu spät, jedoch kam schnell ein Mittelspiel der Englischen Eröffnung aufs Brett, indem sich Dusan als Schwarzer offensichtlich wohl fühlte. IM Carlstedt konnte auch nichts Greifbares herausholen und so endete das Endspiel mit Damen und ungleichfarbigen Läufern nach langem, ausgeglichenem Kampf Remis.

Brett 3
Frank beantwortete als Schwarzer das Londoner System von FM Hawellek mit frühzeitigem b6 und versäumte wohl schon recht früh (deutlich) in Vorteil zu kommen. Danach verteidigte sich sein Gegner recht geschickt, sodass die Partie letztlich Remis endete.

Brett 4
Jan-Paul lieferte für mich eine Beispielpartie der Katalanischen Eröffnung mit Weiß, warum ich mit Schwarz im Damengambit dieser Eröffnung aus dem Weg gehe (siehe Anmerkung).
Denn objektiv hatte Pauls Gegner Jan Hendrik Müller wohl lange etwa gleiche Chancen, jedoch hatte Weiß stets die Initiative und seine Züge waren auch alle viel plausibler zu finden.
So gewann Jan-Paul mittels 'kontrollierter Offensive' dann irgendwann eine Figur (gegen zwei Bauern), was er problemlos zum Sieg führte.
Anmerkung: Mit der Janowski-Variante 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 a6 vermeidet Schwarz Katalanisch, da nun 4.g3 nach 4.-dxc4 eher schon Vorteil für Schwarz ist. Und 3.g3 dxc4 4.Lg2 c5 ist auch völlig harmlos für Schwarz.

Brett 5
Jonas bekam es an diesem Tag mit dem nominell zweitstärksten anwesenden Marmstorfer FM Matthias Bach zu tun. Auch hier kam die Katalanische Eröffnung aufs Brett, jedoch hatte Jonas Schwarz. Insofern lief es ähnlich wie in der Partie an Brett 4. Nach ein, zwei Ungenauigkeiten von Jonas gewann FM Bach doch recht überzeugend.

Brett 6
Als Weißer hatte ich (Jens) mich hauptsächlich auf FM Bach und das von ihm öfter gespielte Benoni mit frühem b6 und La6 vorbereitet, denn ich rechnete schon damit, dass Marmstorf mit möglichst 'voller Kapelle' antreten würde. Statt dessen bekam ich es aber mit Dr. Matthias Peschke zu tun, auf den ich mich gar nicht vorbereitet hatte. Jedoch hatte ich das Glück (hat dies nicht der Fleißige?), dass er genau dasselbe Benoni spielte. Dadurch war ich mit den Motiven der Stellung aufgefrischt vertraut und gewann recht sicher.

Brett 7
Uwe bekam als Schwarzer von seinem Gegner Holger Fabig den Geschlossenen Sizilianer serviert, was dieser stets spielt. Uwe kam gut aus der Eröffnung heraus. Irgendwann war mir die Stellung dann zu undurchsichtig als Kiebitz, jedoch fand sich Uwe offensichtlich gut zurecht, denn er gewann m.E. sicher.

Brett 8
Marc hatte Weiß und sein Gegner spielte einen Aufbau mit g6, der dann in einen Stellungstyp mündete, der im Englischen gemeinhin als 'Delayed Modern Benoni' bezeichnet wird. Der Name ist aber m.E. so ziemlich das Beste an dem System, denn Marc erreichte problemlos ein klar bessere und sehr aktive Angriffsstellung. Leider versäumte Marc dann wohl den möglichen, entscheidenden Durchbruch und so endete die Partie nach einigen weiteren Scharmützeln mit einem Remis.

Insgesamt also ein deutlicher und sehr verdienter Sieg gegen Marmstorf, der uns durch den kampflosen Punkt sicher leichter fiel.

Beim Griechen am Bergstedter Markt aßen wir dann jeder auf eigene Kosten, jedoch tranken wir auf Dusans Kosten bzw. die Ouzos gingen aufs Haus.
Da zeitgleich noch der HSV sein Heimpiel gegen Werder gewann, war es für viele von uns ein rundum gelungener Tag!

Nachtrag Schulmeister Gymasium Buckhorn (angeregt durch Jürgen):
Von 1971 (noch in der 4. Klasse) bis zum Abitur 1980 war ich (Jens) Mitglied der Schach AG.
Anfangs geleitet von Herrn Blankenburg, bald danach kam Fritz (Fegebank) dazu.
In dieser Zeit war Matthias (Hermann) wohl 4-mal Schulmeister (1972-73, 1973-74, 1974-75 und 1977-78), Jürgen (Dietz) 1-mal Schulmeister (1975-76 vor Jens (2.) und Matthias (3.)) und Jens (Andersen) 3-mal Schulmeister (1976-77, 1978-79 und 1979-80). Interessant vielleicht auch noch, dass Norbert (Schnell), der ja mittlerweile auch wieder Mitglied bei den Schachfreunden ist, 2-mal Dritter wurde (1976-77 und 1977-78).
Von Jürgen erfuhr ich, dass Jan-Paul wohl 1983-84 Schulmeister war.
Nie Schulmeister, obwohl dort, waren wohl Frank und Gerrit.
Womit bewiesen wäre, dass Schulmeister in Buckhorn nicht notwendigerweise korreliert mit späterer Spielstärke...

 
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