Der Auftakt in die neue Oberligasaison führte uns - traditionell in Runde 1 - gegen die Schachfreunde Schwerin. Die Papierform ließ einen ausgeglichenen Kampf erwarten, doch recht zügig ergaben sich für uns die besseren Chancen.
Als Erster konnte der Berichterstatter einen Springer hübsch in die gegnerische Königsstellung einschlagen lassen, danach waren sowohl material- als auch stellungstechnisch die schwarzen Verteidigungsmöglichkeiten ohne Erfolgsaussicht.
Als sehr komfortabel erwies sich auch Uwes Aufbau. Zwar hatte er lange keinen zählbaren Vorsprung, aber stand sicher, während sein Gegner stets in großer Defensive agieren musste. Mit Öffnung der Stellung sammelten Uwes besser koordinierte Figuren dann den ganzen Punkt ein.
An Brett 2 sah es auf den ersten Blick lange danach aus, als ob der mutig anstürmende Schweriner mit den weißen Steinen durch ein paar kleine Opfer einen gefährlichen Angriff entwickeln könne. Aber Dusan behielt immer der Übersicht, konnte die angreifenden Figuren abwickeln und so war auch hier der Sieg am Ende eine Frage der Technik.
Clemens hielt seine Partie immer in der Remisbreite, auch wenn er aus der Eröffnung mit Schwarz sogar einige Vorteile erreicht hatte. Am Ende war für beide Seiten nicht viel zu holen und die Einigung auf Remis folgerichtig.
Ähnlich, wenn auch für den Außenstehenden nervenaufreibender, bei Hans. Denn dort schien durch die Offenheit der Königsstellungen die Möglichkeit für beide Seiten größer, einmal fehl zu greifen. Bei unserem Punktevorsprung war dann beruhigend, dass sich Hans die erste Chance zum Dauerschach nicht nehmen ließ.
Positiv gestimmt waren wir zunächst bei Marc. Sein Gegner hatte in lebhafter Partie zwei Bauern für Initiative gegeben. Aber war die genug? Die spätere Computerbewertung blieb über weite Strecken bei „Ausgleich“, einmal kurz klarer Vorteil für Marc, aber am Ende war er es, der den letzten Fehler machte und den vollen Punkt beim Gastgeber ließ.
Frank am Spitzenbrett war zeitig mit Weiß auf Königsangriff gegangen, aber sein Gegner schaute, dass auch er einige Initiative hatte. Ein zwischenzeitliches Bauernopfer von Frank schaffte leider nicht ganz den erhofften Erfolg, aber ein (für eine praktische Partie) besseres Endspiel dank aktiverer Figuren. Doch auch hier sagt zum einen die Maschine, dass alles in der Remisbreite liegt, zum anderen konnte das der umsichtige Gegner auf dem Brett beweisen.
Nichts für schwache Nerven war die Partie von Jonas, war er doch in sehr defensive Lage aus der Eröffnung gekommen. Als sein Brettnachbar musste ich schon etwas schlucken, als er ein zeitiges Remisangebot ablehnte, wo doch seine Probleme noch nicht voll gelöst schienen. Nach Opfer eines Bauern verdichtete sich der Vorteil seines Gegners zunehmend zu einer klaren Verluststellung für Jonas, aber dessen Kampfgeist sollte sich doch auszahlen. In der Abwicklung des Endspiels griff der Gegner kurz einmal kräftig fehl, und Jonas konnte sich noch in ein Remis retten.
Am Ende steht ein Erfolg für unser Team, der - so denke ich - alles in allem verdient war. Aber wie immer in der Oberliga zeigte sich, dass jede Partie zählt und sauber zuende gespielt werden muss.
