OLNN2627 Schachfreunde I 3:5 SC Königsspringer HH

2026-10-25 von Jan-Paul Ritscher 

Die zweite Runde der Oberliga führte die Königsspringer zu uns. Leider hatten wir zwei Ausfälle an Brett 2 und 3 zu verdauen, so dass die Favoritenrolle doch recht klar bei den Gästen lag.

Uwe wollte davon aber gar nichts wissen und erspielte sich einen klaren positionellen Vorteil aus der Eröffnung heraus. Seine reichhaltigen Drohungen waren am Ende nicht mehr zu parieren und mit dem Gewinn einer Qualität war der Sieg auch sofort eingefahren.
Bei Marc endete die Partie ebenfalls zügig, allerdings als Folge einer taktischen Komplikation, die in Zugwiederholung endete. Jede Seite hätte bei einer Abweichung von der Wiederholung Material verloren.
Ebenfalls Remis hielt Hans mit Schwarz. Zwar stand er die meiste Zeit in defensiver Stellung, die dem weißen Gegner nahezu durchgehend bequemeres und etwas vorteilhaftes Spiel gewährleistete. Aber er parierte alle Gewinnversuche und je mehr abgetauscht wurde, desto schneller schwanden die Gefahren.
Das gelang den beiden andere Schwarz-Spielern, Jonas und Clemens leider nicht. Ein Eröffnungsfehler bei Jonas ließ ihn früh schlechter stehen, aber wir wissen ja, dass das bei ihm nicht immer was zu bedeuten hat. Von einem (lt. Rechner) Nachteil von 5,5 kämpfte er sich bis auf einen Vorteil von 0,5 hoch. Aber statt weiter zu konsolidieren, wollte er vielleicht (?) zu viel und nach einer weiteren Öffnung der Königsstellung konnte sein Gegner den entscheidenden Angriff setzen.
Dagegen was Clemens betonsolide aus der Eröffnung gekommen. Doch ein Läuferopfer auf e6 (in Kombination mit der auf Abwege (=a-Linie) geratenen Dame vom Clemens, wirbelte die schwarze Stellung durcheinander, und er fand dann leider nicht mehr die präzisen Wege zur schwer gewordenen Verteidigung.
Die einzige Niederlage mit den weißen Steinen musste an den Tag David einstecken. Hier war sehr wahrscheinlich der hohe Erfahrungsvorsprung seines Gegners ein maßgeblicher Schlüsselfaktor. Denn ruhig baute der Schwarze einen Angriff auf den König auf und sammelte in der Folge hinreichend Bauern für einen klaren Sieg ein.
Besonders wild-verwickelt (bis unseriös) ging es an meinem Brett zu. Mein Gegner forcierte früh im Wolga-Benkö-Gambit seine Figurenaktivität, allerdings zum Preis von zwei Bauern und einer löchrigen Königsstellung. Der Rechner sieht darin kein Problem, aber
ein leicht deplatzierter Springer erlaubte mir, den Spieß herumzudrehen: Zwei Angebote zu Bauernrückgaben gegen die Entwicklung meiner Leichtfiguren sowie einer Fixierung des schwarzen Königs im Zentrum, führten zu einem technisch gewonnenem Endspiel, auch wenn ich
in der Folge mir an zwei Stellen das Leben unnötig schwer gemacht habe.
Bleibt noch Frank, der eigentlich ohne jede Probleme aus der Eröffnung kam, und die meiste Zeit stand die Partie im Ausgleich. Aber gute Gegner schaffen es eben, dem Gegenüber auch aus dem Nichts heraus Probleme zu schaffen. In diesem Fall eine Sprengung der Zentrumsbauern von Frank, die in ein ungünstiges Doppelturmendspiel führten. Dieses konnte der Königsspringer mit einer Doppelbesetzung der siebten Reihe letztlich für sich entscheiden.

Nächste Runde geht es gegen den absoluten Ligafavoriten, St. Pauli, aber in dieser Liga und dieser Saison (bis zu 6 Absteiger möglich!) kann alles passieren!

 
DATENSCHUTZ