Hamburger Senioren-Einzelmeisterschaft 2011

von Georg Zippert

An der diesjährigen Seniorenmeisterschaft nahmen wieder die üblichen 4 „Oldies“ teil, außer mir nochPeter Rädisch, Rudolf Kock und Volker Bobzin.

Wie meist bei den Seniorenmeisterschaften spielte Peter wieder ein außergewöhnlich starkes Turnier und fing mich in der letzten Runde noch als bester Schachfreund ab. Mit jeweils 5 Pkt. aus 9 Partien belegte Peter Platz 17, (gestartet mit Rangliste 36 !) ich wurde nur 19ter. Nach dem Remis in der 8ten Runde gegen den starken ConcordenGehrke lag ich noch auf Position 12, einen halben Punkt vor Peter. Das Los bescherte mir aber in der letzten Runde dann Gollasch (TWZ 2016) gegen den ich chancenlos blieb, während Peter seinen DWZ-schwächsten Gegner aller 9 Runden zugelost wurde. Ausgerechnet gegen diesen sah er schlecht aus , mogelte sich aber geschickt in einem total verlorenen Endspiel mit 2 Minusbauern noch zu einem Remis.

Ansonsten musste er 8mal gegen deutlich TWZ stärkere Gegner antreten, wobei ihm in 2 Partien gegen Ristic (TWZ 1781) und Schirmer (TWZ 1881) das Glück hold war und er Verluststellungen noch in Siege umwandeln konnte. Der Paukenschlag gelang ihm aber gleich in der 1.Runde, als er den Ex-Seniorenmeister Dümmke (TWZ 2001) bezwang. Mit einer DWZ-Verbesserung von mehr als 100 Pkt. gewann er souverän einen Ratingpreis.

Mein Turnierverlauf war eher durchwachsen. Gegen den Pinneberger Seniorenmeister Stubbe stellte ich mal wieder einzügig eine Figur ein und gegen Werner sogar die Dame. Mit viel Glück und mangelndem Durchblick meines Gegners gewann ich doch noch diese Partie.

Mein Highlight war sicher die Partie gegen den alten und neuen Seniorenmeister Putzbach, den ich nach des Meisters eigenen Worten am Rande einer Niederlage hatte, allerdings mangels Durchblick am Ende doch noch verlor.

Volker Bobzin belegte mit 3,5 Pkt. einen 43ten Platz, wobei ihm in Runde 7 ein beachtlicher Sieg gegen den deutlich höher eingeschätzten Seemann gelang.

Für Rudolf Kock lief es dieses Jahr überhaupt nicht. Er hatte irgendwie verwachst , kam nur auf 3 Pkt, und Platz 53. Dabei sah er in der 1.Runde gegen Ristic bereits wie der sichere Sieger aus, gab die Partie aber doch noch aus der Hand.

Insgesamt wieder ein schönes Turnier, gut organisiert von Martin Bierwald und Hugo Schulz und dank des Gastgebers Königsspringer.

Georg Zippert (1884) - Gerd Putzbach (2234)

Hamburger Senioreneinzelmeisterschaft 2011








 



1. e4 c5 2. Nf3 a6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 e5 5. Nf3 Nf6 6. Bg5 Qb6 7. Bxf6 gxf6 8. b3 Bc5 9. Qd2 d6 10. Nc3 Bb4 11. a3 Qa5 12. axb4 Qxa1+ Der Qualitätsgewinn machte Schwarz eher Probleme, da seine Dame fortan nicht mehr in die Partie eingreifen konnte... 13. Nd1 Ke7 14. Bc4 Be6 15. O-O Nc6 16. Nc3 Qa3 17. Nd5+ Bxd5 18. Qxd5 Rhf8 19. c3 Rad8 20. Nh4 Kd7 21. Nf5 Kc7 22. Rd1 eine vieleversprechende Stellung für Weiss 22... Rd7 23. Qd2 b5 24. Bd5 Ne7 25. Nxe7 Rxe7 26. Qe3 Rd7 27. Qh6 Rc8 28. Qxf6 Qb2 29. Qg5 Kb8 30. Qe3 Rxc3 31. Qb6+ Kc8 32. Qxa6+ Kd8 33. Qxb5 Rc1 34. Rxc1 Qxc1+ 35. Qf1 Qc3 36. g3 Qxb4 37. Qc4 Der entscheidender Fehler. Im dem Irrglauben, die weisse Bauernstellung zusammenhalten zu können, bot ich die Dame zum Tausch an, was Meister Putzbach dankend annahm. 37. Qh3 hätte mir wohl einen weiteren Bauern eingebracht, da nach 37... f6 38. Qe6 der f-Bauer fällt und weiss laut Fritz eine Gewinnstellung hat 37... Qxc4 Nach dem Damentausch folgte dann der lange Marsch des schwarzen Königs in die weisse Bauernstelltung mit dem unvermeidlichen Ende - dem Sieg für Schwarz. Da war wohl mehr drin! 38. Bxc4 Ra7 39. Kg2 Ke7 40. g4 f6 41. Bd5 Ra2 42. Kg3 h6 43. h4 Rc2 44. Kg2 Kd7 45. Kf3 Kc7 46. Ke3 Rc3+ 47. Ke2 Kb6 48. h5 Kc5 49. Bc4 Kd4 50. Bd5 Rc2+ 51. Kf3 Kd3 52. Bc4+ Kd2 53. Kg3 Ke1 54. f3 Rc3 55. Ba6 Rxb3 56. Bc4 Rb2 57. Ba6 Rb4 58. Bd3 Kd2 59. Bf1 Ke3 60. Bg2 Rb2 61. Bh3 Rf2 62. Bg2 Ke2 0-1

Joern Werner (1841) - Georg Zippert (1884)

Hamburger Senioreneinzelmeisterschaft 2011








 



Über die Züge nach der Eröffnung bis zum Verlust der Dame möchte ich lieber den Mantel des Vergessens hängen. Offensichtlich hatte ich zeitweilig mein Gehirn ausgeschaltet!

1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Bc5 4. Nc3 Nf6 5. d3 O-O 6. a3 a5 7. O-O h6 8. Ne2 d5 9. exd5 Nxd5 10. h3 Be6 11. c3 Qf6 12. Ng3 Be7 13. Bb3 Na7 14. Ba4 b5 15. Bc2 Rfd8 16. d4 exd4 17. Nh5 dxc3 18. Nxf6+ Bxf6 19. Qd3 Warum Weiss nicht einfach b3 oder bxc3 zog, bleibt sein Geheimniss. So hatte ich mit 2 Leichtfiguren und 3 Bauern gegen die Dame wieder etwas Mut geschöpft. .. 19... cxb2 20. Qh7+ Kf8 21. Bxb2 Bxb2 22. Rab1 Bxa3 23. Rfd1 Nc3 24. Rxd8+ Rxd8 25. Re1 b4 26. Qh8+ Ke7 27. Qxg7 a4 28. Nd4 Um einem früheren Ende zu entgehen, opferte ich noch die Qualität 28... Rxd4 29. Qxd4 Nab5 30. Qc5+ Kd7 31. Bxa4 c6 32. Bxb5 Nxb5 33. Rd1+ Kc7 34. Qe5+ Kb6 35. Qe3+ c5 36. Rb1 Ba2 37. Qxh6+ Ka5 38. Re1 b3 Der b-Bauer schiebt sich immer näher an sein erstrebtes Ziel 39. Qd2+ Bb4 40. Qd8+ Ka4 41. Qa8+ Ba5 42. Re4+ Nd4 43. Qe8+ Ka3 Trotzdem wären wohl alle Mühen vergebens gewesen, wenn Weiss nicht der Teufel geritten hätte und auch noch den f-Bauern frass... 44. Qxf7 Stattbaurenfrass 44. Qe7 Bb4 45. Qxf7 und Schwarz kommt nicht mehr so richtig weiter, Weiss kann jetzt seine Bauern marschieren lassen, 45... b2 scheitert an 46. Re3+ Nb3 47. Qa7+ 44... b2 wonach die Umwandlung nicht mehr zu verhindern war. 45. Re3+ Nb3 46. Qc4 b1=Q+ So nach der Bauernumwandlung nur noch eine Formsache, den schon längst verloren geglaubten Punkt einzufahren 47. Kh2 Qf5 48. Rf3 Bc7+ 49. Kg1 Qb1+ 50. Qf1 Bh2+ 0-1