Viel versprechend

2018-01-23 von Fritz Fegebank 

HSK IV 3½ : 4½ Schachfreunde HH II

Der schachliche Start in das Jahr 2018 verlief für die 2. Mannschaft der Schachfreunde viel versprechend! Gegen den souveränen Tabellenführer HSK IV (8:0 Mannschaftspunkte) kamen wir zu einem überraschenden 4½ : 3½-Sieg! Nach gut zweieinhalb Stunden konnte man über den möglichen Ausgang der Partien noch kein Urteil fällen. Unsere Weiß-Spieler versuchten, das Heft in die Hand zu nehmen; dreimal präsentierten sie eine 3-Bauern-Phalanx, die den Gegnern Probleme bereiten, sie unter Druck setzen, ihnen zu Leibe rücken sollte. In der vierten Stunde wurden bereits alle Partien entschieden. Den Anfang machte unsere Brett 1, Florian Kull: Seine Offensive und sein Raum-Vorteil am Damenflügel stieß auf aktive und geschickte Gegenwehr und reichte deshalb nur zu einer Punkteteilung. Dann folgte frohe Kunde von den beiden hinteren Brettern: Tino Paulsen hatte die Übersicht und „Coolness“, die gefährlich vorgerückten Zentrumsbauern seiner Gegnerin zum Stillstand zu bringen, entwickelte seinerseits Initiative und hatte bald eine super Stellung, die er zielstrebig zum Sieg vollendete! Clemens Mix – über seine derzeitig blendende Form ist ja schon wiederholt geschrieben worden – konnte nach seinem Bauern-Vorstoß einen Schwerfiguren-Aufmarsch auf der g-Linie gegen den königlichen Rochadeflügel erfolgreich abschließen. Man traute seinen Augen – oder den Zahlen – nicht: Nach dreieinhalb Stunden führten wir gegen den HSK 2½ : ½ (!?) – haben wir jemals gegen den HSK gewonnen? Jonas Simon Gremmel steuerte mit seiner erfreulich sicher angelegten Partie ebenso einen halben Punkt bei wie Fritz Fegebank, dessen Partie (nach Fritz-Analyse 35 Züge lang konstant =, also konnte Fegebank nicht allzu viel falsch gemacht haben!?) aus einem anderen Grund erwähnenswert ist: Hier trafen der älteste und mit Jakob Weihrauch der jüngste Spieler des Teilnehmerfeldes aufeinander, über 60 Jahre Altersunterschied, also „Opa gegen Enkel“, und der Opa hatte nicht den Hauch einer Gewinnchance, weil auch die noch nicht einmal Jugendlichen bereits bärenstarkes Schach spielen! Es folgten zwei Niederlagen, die den Mannschaftskampf noch einmal spannend zu machen schienen: Oliver Steinmatz hatte nach einer vorbereiteten Theorie-Variante mit (natürlich) einem Figurenopfer eine hervorragende Stellung erreicht, die sein Gegner auch kannte; dieser wusste sich zäh und genau zu verteidigen, sodass in dieser im weiteren Verlauf „wilden“ Partie Steinmetz schließlich den Kürzeren zog. Gerrit Oelmeyer hatte nach der Eröffnung und im Mittelspiel optische Vorteile, bis sich ein Springer „verlief“ und so Oelmeyer mit einer Minus-Figur für zwei Bauern ins Endspiel gelangte, das sein Kontrahent dank seines Läuferpaares routiniert gewann. Beim Stande von 3½ : 3½ blieb es Matthias Hermann vorbehalten, den Mannschaftskampf zu unseren Gunsten zu beenden. Im Mittelspiel hatte er eine Figur erobert und diesen Vorteil bis ins Endspiel gebracht, das sein Gegner letztlich in hoffnungsloser Situation aufgab.

Dieser – verdiente! – Mannschaftssieg lässt uns zwar das Tabellenende nicht verlassen (so wie der HSK weiterhin an der Tabellenspitze bleibt!), sollte uns aber zur Hoffnung auf weitere Punkte berechtigen!? (Leider hat Werder in der Fußball-Bundesliga nicht das gleiche Kunststück fertig gebracht, den Tabellenführer zu schlagen!?)

Zum Abschluss unseres erfolgreichen Mannschaftskampfes waren wir zusammen mit der 1. Mannschaft nach langer Zeit mal wieder essen und haben den Tag gemütlich ausklingen lassen – immerhin waren von unserer Mannschaft über 50% mit „von der Partie“ (!) – ich hoffe, wir schaffen auch mal ein gemeinsames Après-Schach zu Acht!?