DSOL: SF Essen-Katernberg : SFR 1,5 : 2,5

2020-07-11 von Georg Zippert 

Von einem Sensationssieg zu sprechen, wäre sicher etwas übertrieben, aber eine große, positive Überraschung war es allemal. Hatten doch die Katernberger durchweg die deutlich bessere ELO-Zahl, mit Ausnahme von Brett 1, bei dem diese dicht beieinander lagen. Aber ausgerechnet an diesem Brett gewannen die Katernberger kampflos, aufgrund eines „technischen“ Fehlers von Jan-Paul Ritscher. Dieses schien jedoch unsere Jugendlichen Jonas S.Gremmel und Clemens Mix, sowie auch Altmeister Jürgen Dietz erst recht anzuspornen, sich besonders ins Zeug zu legen.
Als ich mich als „Kiebitz“ eine Stunde nach Spielbeginn einschaltete, traute ich meinen Augen nicht. Alle 3 hatten Materialvorteile, wenn auch bei – jedenfalls für meinen Schachverstand - schwierigen und komplizierten Stellungen. Möglicherweise hatten die Katernberger uns unterschätzt und zu risikofreudig und opferfreudig angegriffen. Jedenfalls bei Jürgen war das der Fall (es gelang mir, die Partie im Internet zu finden und nachzuspielen. Bei den beiden anderen Partien ist es mir – wahrscheinlich dank ungenügender Computer-Kenntnisse - nicht gelungen). Zunächst rettete sich der Gegner von Jonas (ELO 2119) durch ein Dauerschach ins Remis. Jonas hatte bei meinem Zuschalten Dame gegen Turm und Springer auf dem Brett. Jürgen, der zur alten Form fand, überstand jeden Mattangriff seines Kontrahenten (ELO 2250), und gegen seinen Gegenangriff gab es am Ende keine Verteidigungsmöglichkeit mehr.
Clemens trieb mir bei einer verbleibenden Spielzeit von rund 1,5 Minuten den Angstschweiß auf die Stirn, aber cool wie ein Alter nutzte er seinen Materialvorteil und hatte am Ende ein unabwendbares Matt auf dem Brett. Eine ganz starke Leistung gegen einen Gegner mit ELO 2078.

Mein Fazit als „Kiebitz: Zuschauen scheint nervenaufreibender zu sein, als selbst zu spielen!

Georg Zippert

 
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