Abgestürzt!!

2019-04-14 von Thorsten Jaeger 

Sasel 4½ : 3½ Schachfreunde III

Als Team punktuell gescheitert -
im Einzelnen ÜBERFAHREN,VERHEXT,VERRÜCKT!!!

Für manchen unserer Spieler war wohl die Reise nach Sasel zu anstrengend(?), weil zu weit?! So mancher unserer Spitzenspieler ist lieber gleich ferngeblieben (ohne das es weit gewesen wäre), was sich natürlich nicht immer vermeiden lässt, was aber in einem Spitzenspiel beim (nur mit einem Sieg zu stoppenden) Spitzenreiter alles andere als förderlich ist.
Ich versuche, das Geschehene kurz zu fassen; auch soll die Schmach mitnichten verschwiegen oder unter den Teppich gekehrt werden!

Die Remisen wirken ergebnisneutral, sie tauchen in der Überschrift auch nicht auf.

Eines wird mit wenig Aufwand und wenigen Zügen erplätschert (Georg), ein anderes wird redlich errungen und nach XX Zügen festgezurrt (Thomas), ein weiteres wird rädischlich in einem schwerblütigen Grabenkrieg mit Toten und Verletzten auf beiden Seiten mit 2(!) weißen Fahnen schließlich diplomatisiert (Peter).
Die beiden letzteren hätten mit ein bisschen mehr Fortune auch zu unseren Gunsten ausgehen können. Bei Thomas gab es einen winzigen Augenblick im Endspiel (schwer zu sehen), bei Peter zwischenzeitlich die Mehrqualität (siehe Diagramme)...

Zippert ½:½ Lewald
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Nach 13... Sc6

Hier weht kein Lüftchen übers Brett, beide haben ihre Truppen sinnvoll, aber ohne Tuchfühlung, ganz vernünftig aufgestellt! Aber musste es wirklich so schnell zu Ende gehen?? (13... Le6 14. Ld4!= (14. Lxa7?? Dxd2-+ ))

14. Sd3 Lf5
15. Tad1 Lxd3
1/2-1/2

Strege ½:½ Tobianski
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Nach 39... Dc4?!

40. dxe5?!

Verständlich im Ausgleichssinne, objektiv aber ein Aussetzer! So wird der Schwarze aus einer unmerklichen Zwangslage befreit!! (40. Dd8! Was auch immer Schwarz antwortet, Weiß kassiert den d-Bauern und hat ganz gute Aussichten auf mehr ... )

40... Lxe5 41. Dd8 Schade, einen Zug zu spät! 41... d4 Hiernach hat Schwarz das Feld g8 unter Kontrolle und mit seinem Freibauern ( fast schon mehr als ) ausreichende Kompensation. Am Ende ein gerechtes, hart erarbeitetes Remis!!1/2-1/2

Bloh ½:½ Rädisch
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Nach 58... Kf6

Wie schätzen Sie die Stellung ab? Nach 2 einhalb weiteren ( unleserlichen ) Zügen einigte man sich auf Remis; ich halte das Ergebnis für letztendlich realistisch. Ungleichfarbige Läuferendspiele haben immer eine hohe Remistendenz, doch gebe ich gerne zu, hier mit Weiß noch ein paar Züge herumexperimentieren zu wollen!? Was sagt der Zimmermann? Kann Weiß das nicht doch gewinnen, wie stellt sich Schwarz optimal auf?

Womit wir bei den Entscheidungspartien wären:
drei Spieler im Saal wurden regelrecht überrannt, oder besser: überfahren!
Einer davon war ein Saseler (bisher alles gewonnen), und zwar gegen Kelvin (bisher auch alles gewonnen), ein echtes Top-Duell also!! Verblüffend wie unbeeindruckt unser Mann auch unebenes Gelände meistert (was war das für eine zweischneidige Eröffnung!?) und dann mit taktischem Geschick und Kampfesmut das Brett beherrscht (und mit 5 aus 5 die Liga rockt!!!).
Bei Tim brauten sich die schwarzen Wolken allmählich, aber zügig zusammen. Überfahren
trifft es also nicht ganz,eher unheimlich leise, aber unvermeidbar überrollt. Einen echten Crash, einen Zusammenprall gab es gar nicht. Nach seiner gewohnt ganz anständigen Eröffnung wurde seine Königsstellung wie von einem Python umschlungen und der König gemütlich erwürgt! Sehr lehrreich vorgetragen von seinem Ex-Lehrer und Ex-Schachfreund Blankenburg...
Auf den falschen Fuß erwischt wurde Kevin: sein Anzugsvorteil ging schnell auf seinen Gegner über, und ein Bauer wurde verloren. Kevin drückte zwar noch mal aufs Gaspedal und suchte Gegenspiel, flog dann aber mit Speedy-Kapeister (und speziellem Back-Rank-Matt) aus der Kurve ...

Römer 0:1 Nunez
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Nach 22. Tbc1??

Verkennt die Gefahr total!( Damentausch musste sein: 22. Dxd6□ exd6 23. cxd5 cxd5 24. Sc3=+ )

Tf1+! 23. Kg2 Dxe5 24. Txe5 Txc1 25. Kxg3 Qualität auf dem Brett und im Kopf: das ließ sich Kelvin nicht mehr nehmen, insgesamt ganz stark! Td8 26. Sxc5 dxc4 27. dxc4 Txc4 28. Sd7 Tc2 29. Ta5 Txb2 30. Txa7 Te2 31. a4 Txe6 32. a5 Te3+ 33. Kf4 Td3 34. Sb6 T8d4+ 0-1

Blankenburg 1:0 Schröder
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Nach 17. fxg6

Hier schnappt die Falle zu, nichts geht mehr!!! 17... Lxh6 (17... fxg6 18. Lxg7!!+- Unantastbar! Verheerend!! )(17... hxg6 18. Lxg7 Kxg7 19. Txf6!! Rien ne va plus!!! 19... Kxf6 20. Tf1+ Ke5 21. Df4+ Kd4 22. Se2# (22. e5#)) 18. Dxh6 fxg6 19. Se6 Mit Matt auf g7 oder Damenverlust!! Eine überraschend kurze Dreckspartie - aus unserer Sicht! Welch eine furiose Angriffsschlacht, mit leichter Hand und brutaler Wucht vorgetragen vom Schachfreunde-Oldie!1-0

Kinsella 0:1 Sharma
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Nach 12. e4?

Kevin erwischte sich und im 10. Zug seinen Springer auf dem falschen Fuß, während sein talentierter Gegner von da an seine Stellung und seinen Druck immer weiter ausbauen konnte.

Ein schwerer positioneller Fehler; natürlich möchte Weiß seinen Fianchetto-Läufer nicht getauscht haben, aber nun ist der d-Bauer schon ein Kind des Todes...
[... ....] 30... Lh3 0-1

Bleiben noch verhext und verrückt!
Thorsten wehrte sich geschmeidig gegen ein angenommenes Damengambit (nebenbei: von einer coolen Dame vorgetragen), kriegte (im Gegensatz zu Kevin) überzeugend die Kurve (das Lahmlegen des Läufers auf b7!), spielte drei Granaten-Turmzüge in Folge, vernebelte sich damit selbst (vor Stolz!?) und siegesgewiss(!?) die Sinne und stellte wie verhext das Denken ein! So fahrlässig kannst du nur verlieren...
Bei Andreas und seinem Gegner (P.Bahr) sah das mit dem Denken, ganz streng und nur von außen betrachtet, zeitweise auch so aus. Wie verrückt droschen sie aufeinander ein, schlugen sich nieder wie die Boxer und rappelten sich wieder auf. Das etwas andere Schachboxen! Es ging fröhlich hin und her mit der Bewertung der Punktrichter, Auf und Ab, eine Kombination nach der anderen wurde nur angesetzt, aber nicht durchgezogen, oder gänzlich übersehen und der Gegner verschont... Jedenfalls waren diese Beiden die letzten Kämpfer, und es ging am Ende gut aus für unseren Helden!!!
(Verflixt (Thorsten=kleiner Sport) und zugenäht (Andreas=großer Sport) hätte also auch gepasst...)

Diese beiden Partien gibt es vollständig und ausführlich analysiert und kommentiert zum Durchspielen:

Nur der Mannschaft hat dieser verrückte Punkt leider nicht mehr geholfen, wir blieben auf 3,5 Punkten stehen - und dürfen uns durchaus Vorwürfe machen!
(Die meisten mache ich wohl mir selber ....)
Alle Aufstiegs-Avancen sind praktisch jedenfalls getrost ad acta zu legen(!)

Das ist der MANNSCHAFTSSPORT SCHACH:

  • die Remisen werden leicht und locker akzeptiert, durchgewunken (und schnell vergessen(!?))
  • die Nullen lassen nur eine oder auch viele Chancen liegen, versagen (?) und verlieren
  • die Einsen reißen was (und auch Verlorengeglaubtes wieder raus), gewinnen (auch schon mal mit viel Glück, am besten aber ohne!) und werden zu strahlenden Helden.

Seit 1974 kenne ich diesen Fußball-Liedgesang: EINER FÜR ALLE. (Wer kennt ihn nicht? -Tralala - in Stil und Güte etwa vergleichbar mit Hoch auf dem gelben Wagen)
Da ist was dran......und alle verzeihen einem (wenn sie es denn können!?)
Der Glücksfaktor einer Mannschaft heißt Zusammenhalt.

 
DATENSCHUTZ